In der Früh ist es auch noch etwas milder. Ich mache 20 Kilometer in der Stunde über drei Stunden, mit nur kleinen Pausen. Danielle hatte mich gewarnt vor dem Gegenwind der stets am Nachmittag aufzöge. Klar, denke ich, vom Gardasee kommt der Wind Nachmittags zurück ins Land, die Gegend ist zudem wie eine Schleuse, rechts und links von Bergen eingeschlossen.
Bei einer Wasserstelle treffe ich eine nette schweizer Familie, die Frau ist Lehrerin für Sozialpädagogen. :-)
Kurvenreiche, schöne aber steile Wege (ein stetiges auf und ab) führen mich durch eine natürliche bis landwirtschaftlich bestellte Landschaft, vorbei an Bergdörfern.
Tatsächlich kommt der Gegenwind, ich quäle mich dennoch noch etwa 30 Kilomter weiter. Wieder auf der Hauptstraße. Diesmal gibt es keine Alternative. Es geht aufwärts und aufwärts, bis ich von zwei Carabinieris gestoppt werde. "Bin ich zu schnell?" frage ich mit einem Augenzwinkern und meinem letzten Atem. "No, no." Sie inspizieren den Wagen, während ich verschnaufe. Dann beantworte ich ihre Fragen. "Gratulatione!"
Noch ein Stück weiter kommt endlich wieder ein Fahrradweg! Leider geht es bald steil nach oben, weitab von der Straße, zurück möchte ich auch nicht, dort war der Verkehr sehr stark. Dann nach mehreren hundert Metern an starker Steigung ein Schild "10 %" - Witzbolde! jetzt braucht keiner mehr so einen Hinweis. Weiter hoch, viele Pausen, so viel Schweiß läuft an mir herunter das ich eigentlich bald ausgetrocknet sein müsste. Drei Kilometer noch ein Schild "10%" und noch eines... Am Ende stellt sich heraus oben steht ein besch...eidenes Fort - dafür haben wir uns hoch gequält! - Hätten ruhig unten eine Info aufstellen können!!!
Es geht weiter, wenigstens meist bergab, Pastrengo, Bussolengo, Pescantina. Nirgends ein Platz Wiese. - Nach 105 Kilometern stelle ich den Wagen direkt am Ortseingang von Settimo auf die Wiese hinter das Ortsschild. Teile das letzte Vorratsbrot mit Phönix und falle in den Wagen.






