In den vergangenen Tagen sind einige gute und wichtige Utensilien unserer Sponsoren mittels Paketzulieferern eingetroffen. Stets rasch und reibungslos. War unser Büro einmal nicht besetzt wurde das Paket freundlicherweise beim Nachbarn abgegeben, ein entsprechender Hinweis in unserem Briefkasten hinterlassen.
Nur ein Paket ließ auf sich warten. Eine gute Woche lang. Unterwegs war es mit DHL. Da wir den Inhalt für unsere Abenteuer-Tour dringend benötigten verzögerte sich selbige um mehrere Tage. Schließlich stellte sich mittels Nachforschungsantrag heraus das das Paket in einer Poststation auf Abholung wartet. - Während wir auf das Paket gewartet hatten. - Üblicherweise kommt ja die Post auch zu einem und nicht umgekehrt. - Was war schiefgelaufen?
Am Donnerstag um 15.30 Uhr hätte der Zusteller an der angegebenen Lieferadresse niemanden angetroffen und daher eine Benachrichtigungskarte hinterlassen. Eigenartigerweise war zur angegebenen Zeit unser Büro (Lieferadresse) besetzt, im Anschluss jedoch unser Briefkasten leer. Von einer Benachrichtigung keine Spur.
Wie dem auch sei, es blieb uns nichts anderes übrig als tags darauf die angegebene Filiale aufzusuchen. Dort fanden wir vorerst kein Paket, dafür eine Schlange, eine lange Warteschlange. Da es nicht normal sein kann das man erst eine Woche warten muss um dann sein Paket noch selbst abzuholen, nachdem man erst einmal noch herausfinden muss wo es sich wo befindet, wollten wir wissen wie es dazu kam und was man verbessern kann.
Erst wollte man uns nicht mit der Geschäftsleitung sprechen lassen. Überhaupt könne die Postbank nichts machen, dafür sei die DHL zuständig. Diese sollten wir anrufen. Christian bestand darauf die Geschäftsleitung dennoch kurz zu sprechen. Widerwillig ging der Sachbearbeiter zu einer Dame im Hintergrund. "Ich kann da nichts machen." meinte diese zu ihrem Mitarbeiter. "Doch, Sie können mit mir sprechen." warf Christian ein. Die Dame dachte kurz nach und kam dann zu dem Schluss das sie dies tatsächlich konnte. Sie gab die gleiche Information wie ihr Mitarbeiter. Die Postbank kann da nichts machen, dafür ist die DHL zuständig. Christian erwiederte die Postbank könne sicherlich direkt nichts für das Missgeschick, doch so ganz rausziehen könne sie sich auch nicht, da sie nun einmal mit DHL kooperiert. "Ich persönlich kooperiere ja nur mit fähigen Geschäftsleuten für die ich dann auch bürge." meinte er. Dabei wollte er es auch erst einmal beruhen lassen und einfach das Paket entgegennehmen. Die Postbank-Dame versprach sich um das Paket zu kümmern und zog eine weitere Mitarbeiterin hinzu. Diese gab die Rückverfolgungsnummer im Computer ein, dann verschwanden beide in den internen Bereich.
Während die zwei Damen das Paket suchten überreichte uns ein weiterer Postbankmitarbeiter eine Karte mit der "DHL-Hotline". Eine kostenpflichtige Nummer. "Ich möchte eigentlich nicht noch länger in einer Warteschleife hängen und Geld dafür bezahlen." meinte Christian. Der Postbankmitarbeiter hatte dafür Verständnis und bot ihm sein Telefon an. Vor der Warteschleife kam eine freundliche Computerstimme die allerdings stur auf die Beantwortung einiger Fragen bestand. Endlich meldete sich ein DHL-Mensch zu Wort. Im Gegensatz zu seinem Kollegen von der Postbank hatte er überhaupt kein Verständnis. Erst wollte er das Paket zurückverfolgen, doch da die Damen von der Postbank es zwischenzeitlich gefunden und dem eigentlichen Empfänger überreicht hatten war dies nicht mehr nötig. "Na was wollen Sie dann noch?!" meinte der DHL-Mensch. Wir wollten eine Erklärung für unnötigen Aufwand, eine Entschuldigung hätten wir zudem nicht zurückgewiesen. "Die Sendung wurde im Rahmen unserer Möglichkeiten fristgerecht zugestellt!" meinte der DHL-Mensch. Aha, im Rahmen der DHL-Möglichkeiten. Fristgerechte Zustellung nennt sich das also wenn man ein Paket nach einer Woche & Nachforschungsrecherche selbst abholen muss.
"Es geht weniger um die Lieferzeit, der Punkt ist das ihr Auslieferer keine Nachricht hinterlassen hat, nachdem er -angeblich- niemanden antraf." meinte Christian. "Die Benachrichtigung wird heute noch per Post zugestellt." erwiederte der DHL-Mensch. Das konnte nicht sein, da die Post bereits da war und lediglich Rechnungen sowie Werbung mitgebracht hatte. Zudem wäre es schon eigenartig, wenn der Zusteller nicht selbst die Benachrichtigung hinterlässt. Eine extra Zustellung der Benachrichtigungskarte? Einen Tag später? Unnötiger Zeit und Energieaufwand.
"Was soll ich jetzt machen?!" fragte der DHL-Mensch ungeduldig. Christian bat darum seinen Vorgesetzten sprechen zu dürfen. "Das geht nicht!" - "Wieso geht das nicht?" - "Der ist in einer Besprechung." - "Dann geben Sie ihm bitte meine Nummer, dann kann er zurückrufen." - "Das geht nicht!" - "Wieso kann er nicht zurückrufen?" - "Wir können hier nicht raustelefonieren." - "Ihr Chef kann nicht aus dem Gebäude raustelefonieren?" - "Ja." - "Und Sie können mir tatsächlich keine weiteren Informationen geben oder mich mit ihm verbinden?" - Zögern. - "Moment." Wieder Warteschleifenmusik für 14 Cent die Minute. Nach insgesamt 20 Minuten Warte- & Gesprächszeit. Immerhin zahlte die Postbank die 2,80 Euro für das Versagen ihres Kooperationspartners...
"Hallo?!" meldete sich nach fünf weiteren Minuten jemand zu Wort. "Hallo, hier Spang vom EAeV, mit wem spreche ich?" antwortete Christian. Zögernd nannte der Gegenüber seinen Namen. Anschließend wollte er mit gereiztem Unterton wissen was wir denn noch wollen wo wir doch das Paket bereits erhalten haben. Kein Verständnis für den unnötigen Aufwand und die lange Wartezeit. "Das müssen Sie mit dem Absender kären, der ist dafür verantwortlich!" - Wie, der Absender ist dafür verantwortlich das der DHL-Zusteller entweder die Klingel oder gar die Straße, sowie in jedem Fall den Briefkasten und seine Benachrichtigungskarte nicht gefunden hat ? ? ?
"Die Benachrichtigungskarte wird heute zugestellt." wiederholte der DHL-Mensch. "Obwohl die Post heute schon da war?" wollte Christian wissen. "Mit einem extra Zusteller für Benachrichtigungskarten? Oder mittels Brieftaube?" - Daraufhin beendete der DHL-Mensch das Gespräch wortlos. Er legte einfach auf.
Gut, nun konnte weder er noch sein Kollege direkt etwas für das Versagen des Zulieferers, doch ein wenig Verständnis, ein klein wenig Auskunftsbereitschaft, etwas freundlicher Service am kostenpflichtigen Telefon - war das zuviel verlangt?
Der Postbank-Mitarbeiter hatte während des Gesprächs von sich aus eine Beschwerdekarte ausgefüllt und bat nun freundlich um eine Unterschrift. - Mal sehen was passiert. - Hoffentlich dürfen DHL-Mitarbeiter aus dem Haus rausschreiben, wenn heraustelefonieren schon nicht möglich ist...
Deutschlands hilflose Looser kam uns dazu in den Sinn.
Auf die Beschwerdekarte folgte leider keine Antwort. Es sei denn man betrachtet die zwei folgenden Benachrichtigungskarten, welche beinhalteten die nächsten zwei Pakete wären ebenfalls nicht zustellbar gewesen, als Antwort. - Immerhin mussten wir nun keine Nachforschungsanträge mehr stellen um herauszufinden wo wir unsere Post abholen durften... Eigenartig blieb nur die Tatsache das jeder andere Zusteller uns stets antraf - und das Büro auch beinahe durchgehend besetzt war...
Ein Anruf von unserer alten Adresse erfolgte kurz darauf. Ein Brief wartete dort ebenfalls auf Abholung. Der Umzugsantrag war wohl mißachtet worden. Ein Anruf bei der Post brachte uns vier Briefmarken als Entschädigung. Die Fahrt zur alten Adresse kostete zwar mehr, auch an Zeit und Nerven, doch immerhin zeigte man sich gütlich seitens der Post. - Die DHL-Kollegen lassen allerdings immer noch auf eine Antwort warten. Vielleicht haben sie es auch nicht nötig zu antworten. - Ob sie noch zu viele Kunden haben?






