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München - Sizilien 2010

Das Rad Abenteuer von Christian und Phönix:

Vor fünf Jahren hatte ich die fixe Idee einmal mit dem Fahrrad von München, wo ich wohne, nach Sizilien zu radeln - wo mein Herz seit über 15 Jahren verweilt. Mit der Zeit wurde die Idee der Radtour zu einem festen Vorhaben. Bis zu meinem 30sten Lebensjahr werde ich das durchziehen! - Dachte ich mir. Als Mann der Tat bin ich nun an der Umsetzung. Viel Zeit bleibt auch nicht mehr, werde ich doch diesen August bereits 30.

Zwischenzeitlich kam eine neue verrückte Idee hinzu. Da Phönix, mein Hund, mich stets auf meinen Touren begleitet, auch gerne 30 KM am Tag läuft, ich mir allerdings 60 im Schnitt vorgenommen habe, braucht es einen Fahrradanhänger. Nun hatte ich im EAeV-Forum einen ähnlich "verrückten Radbegeisterten", den André, kennengelernt. Er hat sich selbst mehrere Anhänger für sein Fahrrad gebaut. Auch einen Hundeanhänger. Ein Hundeanhänger in welchem man noch ein Zelt verstauen kann wäre eine Option, doch ein anderer Anhänger hatte mich in seinen Bann gezogen. Ein Anhänger mit den Maßen 2 Meter auf 1 Meter. Ein richtiger Fahrradwohnwagen! So hat man gleich einen Platz zum Schlafen und ist nicht auf ohnehin meist überfüllte Campingplätze angewiesen. Zelt an Zelt, das ist ohnehin nicht das Meine. Noch dazu sind Hunde auf Campingplätzen meist unerwünscht. Mit einem Fahrradwohnwagen hat man dieses Problem nicht, man reist völlig unabhängig. Frei wie ein Vogel. Gut, ein Vogel zieht keine 60 Kilogramm die Berge hoch. So viel wiegt der Wohnwagen den der André vor einiger Zeit baute. 60+ hat er gar auf seiner Webseite angegeben. Mit Gepäck (30 - 40 Kg), Hund (40 - 45 Kg) und dem eigenen Gewicht (70 - 75 Kg) kämen gar über 200 Kilogramm Zuggewicht für mich zusammen! Gute (oder lästige) 200 Kilogramm über 200 Kilometer die Alpen hoch und runter und wieder hoch... und dann noch 1800 Kilometer (oder mehr?) runter bis nach Sizilien. Das wird ein Abenteuer!

Vorerst gilt es einen Wohnwagen zu bauen. Einen Wohnwagen für ein Auto kann man sich kaufen, ein Fahrradwohnwagen ist eine aufwändigere Eigenkonstruktion. Meine oberste Maxime dabei: Gewichtreduzierung. So wählte ich Aluminium statt Stahl für den Unterbau. Nun will das Stahlschweißen schon gelernt sein, Aluminium richtig zu verschweißen ist noch einmal eine ganz andere Geschichte. Ich kann keines von beidem, selbst gute Bekannte mit Schweißerschein trauten sich dieses Unterfangen nicht zu. Einer gab mir dafür einen guten Tipp. "Frag doch mal beim Alu Meier" meinte er. Gesagt getan. Ich rief bei Alu Meier an und erzählte dem Geschäftsführer, Herr Meier, von meinem Vorhaben. Als er hörte das ich nicht nur aus Jux und Dollerei mit einem Fahrradwohnwagen rumradeln wollte, sondern die Tour dazu gedacht ist unser Sizilien-Projekt zu promoten, meinte er spontan: "Wir bauen euch einen." Zuvor hatte ich die vorsichtige Schätzung eines Schweißers, allein der Alu-Unterbau würde bis zu 800 Euro kosten und zwei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Herr Meier versprach uns den Unterbau zu sponsern - in einer Woche.

Tatsächlich konnten wir eine Woche später den Unterbau abholen. Nun galt es mit Hilfe von Vereinskollegen und Unterstützung von Ben, dem Werkstattmeister der Kinder- und Jugendwerkstatt, in selbiger die Verkleidung anzubringen. Parallel dazu vernähten wir ein Tarp, welches von Bergfreunde.de gesponsert wurde, zu einer Plane. Und fertig war er, unser exklusiver Fahhradwohnwagen!

Mehr über den Wohnwagenbau.

 

Nun konnte die Reise eigentlich losgehen! Eigentlich, wenn denn die deutsche Post mitgespielt hätte. Wir warteten nämlich eine ganze Woche auf eine wichtige Fracht. Frau Jeske, von Hund-unterwegs.de fand sowohl die Tour als unsere anstehenden Projekte auf Sizilien so genial, dass sie meinen Hund mit spezieller Outdoor-Ausrüstung austatten wollte. Da er täglich die Hälfte der Strecke laufen würde käme er in 30 Tagen auf 900 Kilometer, nicht selten auf asphaltierten Straßen. Das mag für einen sportlichen Hund wie Phönix vom Muskelapperat kein Problem sein, doch seine Pfoten würden darunter leiden. Nicht mit speziellen Hundeschuhen. Gleich zwei "Paar", also 8 Stück versprach uns Frau Jeske zuzusenden. Zudem noch eine spezielle Hundejacke für Regenfälle, ein Zuggeschirr damit er mich ein wenig bei der Alpenüberquehrung unterstützen kann und einen Hunderucksack, in dem er zumindest sein Futter selbst schleppen konnte. Hundedecken, Wasser und sonstige Utensilien würde ich für ihn ziehen. ...Nachdem nach einer Woche die ersehnte Hunde-Ausrüstung immer noch nicht eingetroffen war bat ich Frau Jeske einen Nachforschungsantrag zu stellen. Dabei kam heraus, das Paket läge bereits seit einem Tag in einer Poststation, weil der Empfänger beim Zuliefern -angeblich- nicht zu erreichen war wurde er -angeblich- mittels Karte benachrichtigt er könne das Paket selbst abholen. Nun war unser Büro zum angegebenen Zeitpunkt zum einen nicht geschlossen, der Patrick, vom Vorstand anwesend, zudem lag im Briefkasten auch einen Tag später keine Benachrichtigungskarte. Seis drum, wenn die Post nicht zu uns kommt, kommen wir halt zur Post. Doch so einfach war das dann auch nicht. - Die ganze Geschichte findet ihr hier:

Das DHL-Abenteuer.

 

Nachdem nach drei Anläufen alle gesponserten Produkte angekommen waren konnte es am 03.07. endlich losgehen! Um acht Uhr in der Früh begann ich in die Pedale zu treten und Phönix neben mir herzutraben, gute 15 Stunden und 51 Kilometer später kamen wir in Dietramszell an. Kurz vor Mitternacht also - und dieser erste Tag brachte so einiges an Abenteuern mit sich.

Mehr über die Tour:

- Tag 1       - Tag 2       - Tag 3       - Tag 4       - Tag 5       - Tag 6       - Tag 7   ...

München - Sizilien 2010 - Mit dem Fahrradwohnwagen in den Alpen - Südtirol

In den italienischen Alpen, Südtirol.

 

Beim schiefen Turm von Pisa.

Beim schiefen Turm von Pisa.

 

Vor dem Kollosseum in Rom.

Vor dem Kollosseum in Rom.

 

Sonnenuntergang am Meer.

...Endlich am Meer!

 

Auf der Straße nach Sizilien.

Auf dem Weg nach Sizilien.

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